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Worauf bezieht sich das GOTS-Label bei Textilien?


So wurde bisher geantwortet :

auf die Endverarbeitung
Stimmen: 30
19%  
auf die gesamte Produktionskette
Stimmen: 128
81%  

Befragte   158

Antwort

Der Global Organic Textile Standard (GOTS) definiert und kontrolliert umwelttechnische als auch soziale Anforderungen entlang der gesamten Produktionskette von Textilien. Es geht dabei um Herstellung, Konfektion, Verpackung, Kennzeichnung, Handel und Vertrieb. Es ist der weltweit führende Standard in diesem Bereich.1

Zusätzliche Informationen

Der GOTS wird von der International Working Group on Global Organic Textile Standard definiert, die sich wiederum aus vier Mitgliederorganisationen zusammensetzt: OTA ( Organic Trade Association / USA), IVN ( Internationaler Verband der Natur- textilwirtschaft / Deutschland), Soil Association (England) und JOCA ( Japan Organic Cotton Association / Japan). Um Produkte mit dem GOTS-Label kennzeichnen zu dürfen, müssen unter anderem folgende Kriterien erfüllt werden: Mindestens 70% kontrolliert biologische Naturfasern.

> Mindestens 70% kontrolliert biologische Naturfasern.
> Alle Produktionsbetriebe müssen eigene Umweltschutzprogramme vorweisen. 
>  Verpackungsmaterialien aus Papier müssen recycled oder FSC oder
 PEFC zertifiziert sein.
>  Verbot von Diskriminierung, grobe und inhumane Behandlung,
 Zwangs- und Kinderarbeit.
> Mindestlohn und Arbeitsschutz werden beachtet.1

Eine detaillierte Auflistung der Kriterien findet man hier:  www.global-standard.org/de/the-standard/general-description.html

Greenpeace hat 2013 verschiedene Ökotextil-Labels im Bereich der Grenzwerte für verschiedene Chemikalien miteinander verglichen. Das IVN Best-Label und GOTS schnitten dabei am besten ab.2 Allerdings sah Greenpeace auch dort noch Handlungsbedarf im Bezug auf einzelne Werte.3


Auf die Kritik an GOTS, dass keine Textilien aus recyceltem Material zertifiziert werden, reagierte das Label bereits: In einer neuen Version (2014) des Standards wird die Möglichkeit eingeräumt, synthetische Fasern bis zu 30% zu verarbeiten, wenn diese nachweislich Vorteile im Bereich Nachhaltigkeit besitzen.4

Handlungsempfehlung

Beim Kauf von Neuware auf das GOTS-Label zu achten, ist aus ökologischer und sozialer Hinsicht ohne Zweifel zu empfehlen. Noch besser sind nur Second-Hand-Textilien. Denn durch den verlängerten Lebenszyklus werden zudem noch Ressourcen eingespart.

 

Quellen

1. Global Organic Textile Standard: der Standard, URL: www.global-standard.org/de/the-standard/general-description.html (abgerufen am 27.5.2014)
2. Greenpeace, Pressemitteilung: Neuer Einkaufsratgeber für Giftfrei Mode, 21.11.2013, URL: www.greenpeace.de/presse/presseerklaerungen/neuer-einkaufsratgeber-fuer-giftfreie-mode (abgerufen am 27.5.2014)
3. Greenpeace: Factsheet Textilratgeber, URL: www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/20131120_factsheet_textilratgeber.pdf   (abgerufen am 27.5.2014)
4. Ökotest: 30 Prozent synthetische Restfasern, 29.4.2014, URL: www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=12141&gartnr=90&bernr=10 (abgerufen am 27.5.2014)
5. Ökotest: Second-Hand-Kleidung, URL: www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=11153&gartnr=91&bernr=10&seite=08 (abgerufen am 27.5.2014

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