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Woher beziehen deutsche Ökostromanbieter ihren Strom?


So wurde bisher geantwortet :

Deutschland
Stimmen: 129
45.3%  
Ausland
Stimmen: 156
54.7%  

Befragte   285

Antwort

Nahezu alle Ökostromanbieter in Deutschland beziehen ihren Strom aus dem Ausland.1 Dies ist der Tatsache geschuldet, dass der hierzulande produzierte Grünstrom bereits durch das Erneuerbare-Energiem-Gesetz (EEG) gefördert wird und deshalb nicht extra als Ökostrom verkauft werden darf. Denn jeder deutsche Haushalt finanziert die Energiewende durch die EEG-Umlage mit der Stromrechnung automatisch mit. Unabhängig davon, welcher Stromanbieter den Strom verkauft. Deutsche Ökostromanbieter müssen deshalb ihren Strom aus nicht EEG-geförderten Anlagen beziehen. Um trotzdem Ökostrom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien anbieten zu können, wird dieser hauptsächlich aus skandinavischen und österreichischen Wasserkraftwerken bezogen.1

 

Zusätzliche Informationen

Die wohl wichtigste Studie zum deutschen Ökostrommarkt, 2013 veröffentlicht vom Umweltbundesamt, zeigt am Beispiel von Norwegen, welche Auswirkungen der Import von sauberen Stroms aus dem Ausland bewirken kann:

Der Residualmix bezeichnet den Energieträgermix, den alle Verbraucher Norwegens erhalten, die sich nicht bewusst für ein Ökostromprodukt entschieden haben. Da Norwegen einen Großteil seines Wasserkraftstroms über Herkunftsnachweise (HKN) nach Europa exportiert, muss es gleichzeitig zur Deckung des inländischen Verbrauchs rechnerisch Strom (bzw. Stromeigenschaften) aus dem Ausland importieren. Bei diesem „Strom unbekannter Herkunft“ handelt es sich im Allgemeinen um Börsenstrom, der mehrheitlich aus konventionellen Energieträgern stammt. Abbildung 1 zeigt, dass demzufolge fast ein Drittel des Stroms im Residualmix (=Verbrauchsmix) aus Kernkraftwerken stammt, obwohl Norwegen keine Kernkraftwerke betreibt. “2

 

Handlungsempfehlung

Allein die Tatsache dass Ökostromanbieter sauberen Strom einkaufen hat keinen positiven Klimaschutzeffekt.3 Erst wenn Ökostromanbieter in neue Ökokraftwerke investieren, kann mit Sicherheit gesagt werden, dass tatsächlich CO2 eingespart wird.4 Ob dies nun im Inland oder Ausland geschieht, ist irrelevant. Empfehlenswerte Ökostromtarife sind also solche, die den Ausbau von erneuerbaren Energien fördern. Sie erkennen glaubwürdige Anbieter am ok-power oder dem Grünen Strom Label.

 

 

Quellen

1. Grünstromwerk (2013): Woher kommt eigentlich der Ökostrom. URL: http://www.energie-experten.org/fileadmin/Newsartikel/Newsartikel_02/Studienergebnisse_Woher_kommt_eigentlich_der_%C3%96kostrom.pdf (abgerufen am 28.03.2014)
2. Umweltbundesamt e.V. (2013): Marktanalyse Ökomarkt. URL: www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/376/publikationen/texte_04_2014_marktanalyse_oekostrom_0.pdf (abgerufen am 28.03.2014)
3. Bauchmüller M. (Artikel vom 17.03.2014): Ökostrom-Kunden helfen Energiewende nicht. URL: www.sueddeutsche.de/wirtschaft/studie-des-umweltbundesamts-oekostrom-kunden-helfen-energiewende-nicht-1.1914048 (abgerufen am 28.03.2014) süddeutsche.de
4. Stiftung Warentest (16.03.2011) Ökostrom: Alles Öko oder was? URL: www.test.de/Strom-Der-Wechsel-lohnt-1132700-1132740/ (abgerufen am 14.10.2013)

 

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