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Welches Kraftwerk ist weniger klimaschädlich?


So wurde bisher geantwortet :

Gaskraftwerk
Stimmen: 401
86.8%  
Kohlekraftwerk
Stimmen: 61
13.2%  

Befragte   462

Antwort

Gaskraftwerke sind weit weniger klimaschädlich als Kohlekraftwerke. Denn die Verbrennung von Erdgas produziert nur halb so viel klimaschädliche Gase als Stein- und Braunkohle.1

Brennstoff CO2-Emissionsfaktor bezogen auf den Brennstoffeinsatz 
Erdgas 202 g/kWh
Steinkohle 339 g/kWh
Braunkohle 404 g/kWh

Quelle: Umwelbundesamt1

Weil Gaskraftwerke in der Lage sind in nur neun Minuten ihre Anlagen auf Höchstleistung zu bringen, sind sie ein wichtiger Grundbaustein für die Energiewende.2 Engpässe im Stromnetz aufgrund des schwankenden Angebots der erneuerbaren Energien aus Wind und Sonne können durch Gaskraftwerke verhindert werden.3

Zusätzliche Informationen

Gaskraftwerke gehören zu den Verlierern der Energiewende. Viele Gaskraftwerke die in den letzten Jahren gebaut wurden, sind kaum in Betrieb und schreiben in der Regel rote Zahlen. Frau Wolff-Hertwig, die Chefin des Darmstädter Energieversorgers HSE sagte im Januar 2014 in der FAZ: „Wir selbst haben im August hier in Darmstadt ein eigenes Gaskraftwerk fertiggestellt, das seitdem gerade einmal zehn Stunden Strom produziert hat.“4 Dieses Gaskraftwerk wurde für 60 Millionen € gebaut.1 Stattdessen laufen Kohlekraftwerke in Deutschland auf Hochbetrieb – es werden sogar neue gebaut."

Wie erklärt sich das? In das deutsche Stromnetz, wird der Strom aus den unterschiedlichen Energiequellen in fester Reihenfolge eingespeist.1 Als erstes: Strom aus erneuerbaren Energien. Dieser hat stets Vorrang gegenüber allen anderen.6 Erst wenn der Strombedarf durch die erneuerbaren Energien nicht gedeckt werden kann, werden konventionelle Kraftwerke zugeschaltet - und zwar in der Reihenfolge Ihrer Kosten. Zuerst abgeschriebene Atomkraftwerke, denn diese produzieren günstigen Strom. Danach Braun- und Steinkohlekraftwerke. Aufgrund des historischen Preisverfalls europäischer CO2-Zertifikate ist es für deutsche Kohlekraftwerke seit einigen Jahren überhaupt erst möglich, Strom aus Kohle preisgünstig anzubieten.5 Als letztes kommen die Gaskraftwerke dran. Denn Gas ist aktuell teuer, die Anlagen sind neu und noch lange nicht abgeschrieben. 

Handlungsempfehlung

Der Ausbau der Energiewende hat nur dann ein positiven Effekt auf das Klima, wenn gleichzeitig die Verbrennung fossiler Brennstoffe gesenkt wird. Dies ist aktuell nicht der Fall! Deutschlands Treibhausgasemissionen sind stattdessen das zweite Jahr in Folge gestiegen (Stand 2013).5 Bei uns zu Lande ist aufgrund des öffentlichen Drucks ein Ausstieg aus der Atomkraft bis zum Jahre 2022 beschlossen worden. Unser nächstes Ziel sollte der Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohlekraft sein. Setzen Sie ein Zeichen und üben Sie Druck aus, indem Sie kein Strom von Stromanbietern beziehen die Kohlekraftwerke betreiben. Informieren Sie Ihren Stromanbieter auch über Ihre Beweggründe.

Kohlekraftwerkbetreiber (Stand: 02.04.2014)

> EnBW Energie Baden-Württemberg AG
> E.ON Kraftwerke GmbH
> Energie SaarLorLux AG
> Grosskraftwerk Mannheim AG
> Gemeinschaftskraftwerk Kiel GmbH
> Infracor GmbH
> Mitteldeutsche Braunkohlegesellschaft mbh
> RheinEnergie AG
> RWE Power AG
> swb AG
> STEAG GmbH
> Stadtwerke Flensburg GmbH
> Stadtwerke Hannover GmbH
> SWK – Stadtwerke Kaiserslautern
> Vattenfall Europe Generation AG

Quelle: Bundesnetzagentur7

Viele dieser aufgezählten Stromanbieter bieten auch einen Ökotarif an. Entscheiden Sie sich für solch einen Ökostrom-Tarif, unterstützen sie auch weiterhin finanziell einen Stromanbieter der Kohlekraftwerke betreibt. Eine Auflistung empfehlenswerter Ökostromanbieter finden Sie in unserem alternativen Einkaufsführer in der Rubrik Energie & Klima.

 

Quellen

1. Icha P. (2014):Entwicklung der spezifischen Kohlendioxid-Emissionen des deutschen Strommix in den Jahren 1990 bis 2012. S.8. URL:  http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/461/publikationen/climate_change_07_2013_icha_co2emissionen_des_dt_strommixes_webfassung_barrierefrei.pdf    Umweltbundesamt (abgerufen am 20.05.2014)

2. Südwestrundfunk (Artikel vom 17.10.2014): Verkehrte Welt der Energiewende. URL: www.swr.de/marktcheck/geld-wirtschaft/energiewende-ohne-konzept/-/id=2249106/did=12015108/nid=2249106/1c2pck/index.html (abgerufen am 20.05.2013)

3. ZEIT ONLINE (Artikel vom 06.05.2014): Gaskraftwerke - Verschmähter Weltmeister. URL:  www.zeit.de/2014/15/gaskraftwerk-energiewende-umwelt (abgerufen am 20.05.2014)

4. Frankfurter Allgemeine Zeitung (Artikel vom 07.01.2014): „Alle müssen die Komfortzone verlassen“ URL: www.faz.net/aktuell/rhein-main/im-gespraech-hse-chefin-wolff-hertwig-alle-muessen-die-komfortzone-verlassen-12740055.html (abgerufen am 20.05.2014)

5. Spiegel Online: Trotz Energiewende - Kohlekraftwerke treiben deutschen CO2-Ausstoß. URL:www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/kohle-meiler-treiben-deutschen-co2-ausstoss-a-912724.html (abgerufen am 25.10.2013)

6. juris GmbH: Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien. URL: www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/eeg/gesamt.pdf (abgerufen am 25.10.2013)

7. Bundesnetzagentur: Kraftwerksliste der bundesnetzagentur (bundesweit; alle Netz- und umspannebenen) Stand 02.04.2014. URL: www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetundGas/Unternehmen_Institutionen/Versorgungssicherheit/Erzeugungskapazitaeten/Kraftwerksliste/kraftwerksliste-node.html (abgerufen 26.05.2014)

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