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Sind Biomülltüten aus Bioplastik kompostierbar?


So wurde bisher geantwortet :

Ja
Stimmen: 235
59.9%  
Nein
Stimmen: 156
39.8%  

Befragte   392

Antwort

Grundsätzlich sind entsprechend gekennzeichnete Tüten kompostierbar. Allerdings gibt es bei der praktischen Umsetzung Probleme. Viele Entsorger nehmen die Beutel nicht an, weil in Ihren Werken zu viel Zeit benötigen wird, bis diese Art von Tüten restlos abgebaut werden.1,2,3 Zudem sind die Biomüllttüten beim Vorsortieren des Biomülls oft nicht von normalen Plastiktüten unterschieden, samt Inhalt entfernt und landen im Müllheizkraftwerk.2,3 In diesem Fall ist der Einsatz von Biofolien-Tüten also kontraproduktiv. Er verhindert das schon sortierter Müll sinnvoll genutzt werden kann.

 

Weitere Informationen

Die Akzeptanz dieser Tüten unterscheidet sich regional. Während die Berliner Stadtreinigung (BSR) z.B. die Bio-Folien im Biomüll befürwortet und sie sogar selbst vertreibt, lehnt die Hamburger Stadtreinigung sie ab.1,4

Biokunststoffe haben Vorteile: Sie verringern den Ölverbrauch und können in der Umwelt schneller abgebaut werden, so dass keine oder weniger Gifte frei werden. Das Potenzial von Biokunststoffen im Bereich Nachhaltigkeit ist gegenüber konventionellen groß, aber dafür muss in der Produktion und bei der Weiterverwertung stärker auf diesen Aspekt geachtet werden.5,6  Laut einer Studie des Umweltbundesamtes von 2012 haben gegenwärtig biologisch abbaubare Kunststoffe oder solche aus nachwachsenden Rohstoffen gegenüber ölbasiertem Plastik keinen Umweltvorteil.5

 

Handlungsempfehlungen

Biomüll zu trennen ist auf jeden Fall vernünftig. Beim jeweiligen regionalen Entsorger kann man erfahren, ob Biofolien-Tüten im Biomüll landen dürfen oder nicht. Es ist gut, diese Tüten zu nutzen, wenn es in der Praxis dazu führt, dass man vermehrt Biomüll sammelt. Ein Pilotprojekt von BASF und der BSR kam zu diesem Ergebnis: Es wurde ca. 10% mehr Biomüll eingesammelt und es gab weniger störende konventionelle Plastiktüten.

Grundsätzlich sollte man versuchen, Einwegprodukte, unabhängig aus welchem Rohstoff, zu vermeiden.

 

 

Quellen

1. Hamburger Stadtreinigung: Die Energiewende beginnt in Küche und Garten. URL: www.srhh.de/srhh/opencms/privatkunden/wertstoffe/bioabfall/ (abgerufen am 19.5.2014)
2. Abfallwirtschaft Landkreis Kitzingen: Dauerbrenner- Kompostierbare Bio-Müllbeutel (16.9.2013), URL: www.kitzingen.de/de/abfallwirtschaft/pressemitteilungen/29415.Dauerbrenner_Kompostierbare_Bio-Muellbeutel.html (abgerufen am 31.3.2014)
3. Abfallwirtschaft Vechta: Kompostierbare Plastiktüten – Mythe in Tüten, URL: www.abfallwirtschaft-vechta.de/index.php/126-kompostierbare-plastiktueten-mythen-in-tueten (abgerufen am 31.3.2014)
4 BSR: praktische Helfer. URL: www.bsr.de/praktische_helfer.php (abgerufen am 31.3.2014)
5. Umweltbundesamt, Presseinformationen: Biokunststoffe nicht Besser (8.10.2012), URL: www.umweltbundesamt.de/presse/presseinformationen/biokunststoffe-nicht-besser (abgerufen am 31.3.2014)
6. bio-plastics.org, Website der Ostfalia Hochschule für Angewandte Wissenschaft: Was ist der Umweltnutzen von Biokunststoffen? URL: www.bio-plastics.org/de/informationen-fachwissen-a-markt-know-how/grundlagen/was-ist-der-umweltnutzen-von-biokunststoffen (abgerufen am 31.3.2014)

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