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Nur Milch von Kühen, die auf Bergweiden grasen, darf sich Alpenmilch nennen!


So wurde bisher geantwortet :

Richtig
Stimmen: 229
30.3%  
Falsch
Stimmen: 526
69.7%  

Befragte   755

Antwort

Alpenmilch ist kein geschützter Begriff.1 Weder die Art des Futters noch die geografische Herkunft ist exakt vorgeschrieben. Weil die deutsche Alpenregion zu kleinflächig ist, um den Gesamtbedarf an Alpenmilch zu decken, wird in der Regel die flache Voralpenregion mitberücksichtigt. Das Milcheinzugsgebiet der Alpenmilch von Weihenstephan befindet sich beispielsweise größtenteils im flachen Umland von München.2

Zusätzliche Informationen

Die Universität Kassel hat in einer Studie (Ehrlich M. 2006) festgestellt, dass konventionelle „Alpenmilch“ im Gegensatz zur Werbung mit dem Begriff nicht allein mit grünlandbasierten Futter in der Bergregion erzeugt worden sein kann.3 Die Untersuchungen offenbarten, dass „Alpenmilch“ in der Regel zu einem hohen Anteil mit Hilfe von Maisfutter erzeugt werden. In einer Online-Umfrage der Verbraucherzentrale Hamburg im Jahre 2012 zum Thema Alpenmilch mit 1525 Teilnehmern gingen 78% davon aus, dass Alpenmilch von Kühen stammt, die in den Alpen weiden, und 51 Prozent meinen, dass die Weideflächen der Kühe an Berghängen liegen.4

Handlungsempfehlung

Konventionelle Alpenmilch unterscheidet sich in der Regel kaum von andernorts produzierter Milch. Bevorzugen Sie stattdessen regional produzierte Milch, die keine unnötig lange Wegstrecke hinter sich hat und somit ein deutlich bessere Ökobilanz aufweist. Zusätzlich auf das Bio-Siegel zu achten, ist bei Milch wegen der artgerechten Haltung besonders sinnvoll.

 

Quellen

1. Norddeutscher Rundfunk: Stammt Alpenmilch von "glücklichen Kühen"? (Beitrag vom 02.07.2012) URL: http://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/alpenmilch101.html (abgerufen am 19.11.2013)
2. Werbeprospekt von der Molkerei Weihenstephan GmbH & Co. KG : Unser Milch-Einzugsgebiet. URL: http://www.molkerei-weihenstephan.de/fileadmin/documents/Milcheinzugsgebiet_2014.pdf (abgerufen am 19.11.2013)
3. Ehrlich M. (2006): Untersuchung von Molkereimilchprodukten aus Deutschland auf gesundheitlich bedeutsame Fettsäuren (Omega 3, Omega 6, CLA) unter Berücksichtigung des eingesetzten Maisfutters.  URL: http://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/greenpeace_mais_milch-studie_0.pdf (abgerufen am 19.11.2013)
4. Verbraucherzentrale Hamburg  (Pressemitteilung vom 12.7.2012) : Alpenmilch von Weihenstephan – Schummelei im Kühlregal. URL: http://www.vzhh.de/presse/255758/alpenmilch-von-weihenstephan-schummelei-im-kuehlregal.aspx (abgerufen am 19.11.2013)

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