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Lassen alle Bio-Betriebe die Milchkühe auf die Weide?


So wurde bisher geantwortet :

Ja
Stimmen: 197
33.4%  
Nein
Stimmen: 392
66.4%  

Befragte   590

Antwort

Nein. Weidegang ist auch für Bio-Betriebe nicht verpflichtend. Bei Laufställen ohne Sommerweide muss allerdings ein ganzjährig zugänglicher Laufhof direkt am Stall zur Verfügung stehen, sodass die Kühe jederzeit ins Freie können.1 Außerdem gibt es noch eine Ausnahmeregel für Bio-Kleinbetriebe: Dort ist die zeitweise Anbindehaltung immer noch erlaubt – damit verbunden ist aber die Pflicht zur Sommerweide und 2x wöchentlicher Auslauf im Freien für mind. 1 Stunde, wenn das Weiden nicht möglich ist.2 Konventionelle Höfe hingegen dürfen die Milchkühe das ganze Jahr über ausschließlich im Stall halten.3

Zusätzliche Infos

Im konventionellen Bereich ist selbst der Auslauf im Freien gesetzlich nicht vorgeschrieben. Der Gang auf die Weide bleibt daher vielen Kühen aus Zeit- und Kostengründen verwehrt: Insgesamt erhalten laut Landwirtschaftszählung 2010 derzeit nur noch 41,8 Prozent der Tiere die Möglichkeit eines Weidegangs. Dabei bestehen zwischen den einzelnen Bundesländern erhebliche Unterschiede. Während in Schleswig-Holstein 90 Prozent der Milchviehbetriebe ihren Tieren Weidegang ermöglichen, sind es in Bayern lediglich 19,7 Prozent.4 Der Trend geht zur ausschließlichen Stallhaltung. Weidegang befriedigt jedoch das Bedürfnis nach ausreichender Bewegung, beugt Krankheiten vor und steigert das Wohlbefinden.5

Handlungsempfehlungen

Möchten Sie sicher sein, dass die Kühe Weidegang erhalten? Die Welttierschutzgesellschaft empfiehlt im Rahmen ihrer KUH+DU Kampagne, selbst regionale Höfe zu besuchen und nachzufragen, ob die Milchkühe auf die Weide dürfen und wenn ja, wie oft und für wie lange. Bei vorhandener Weide sollte der Auslauf zwischen Frühjahr und Herbst für mindestens vier bis sechs Monate, je nach klimatischen Bedingungen, gewährleistet sein und täglich mehrere Stunden umfassen. Die Weide sollte hierbei das Ausleben des Bewegungsdrangs der Kuh ermöglichen und ebenso als Futtergrundlage dienen.6

 >>Dieser Text ist ein Gastartikel der Welttierschutzgesellschaft und wurde von der unterfluss-Redaktion überprüft und gegebenenfalls verändert.<<

 
Quellen

1. EG-ÖKO Verordnung (EG) Nr. 967/2008 des Rates vom 29. September 2008, ABl. Nr. L 264 vom 03.10.2008, Artikel 14 (1) b) iii. URL:http://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Landwirtschaft/OekologischerLandbau/834_2007_EG_Oeko-Basis-VO.pdf?__blob=publicationFile (abgerufen am 21.02.2015)
2. DURCHFÜHRUNGSBESTIMMUNGEN, VERORDNUNG (EG) Nr. 889/2008 DER KOMMISSION, vom 5. September 2008
3. Für Milchkühe aus konventioneller Haltung gibt es keine eigene Haltungsverordnung, folglich auch keine entsprechenden Vorgaben.
4. Statistisches Bundesamt, Landwirtschaftszählung 2010
5. Positionspapier der Welttierschutzgesellschaft: Weidezugang und Stallgestaltung für Milchkühe. URL: http://www.kuhplusdu.de/images/Positionspapier%20Weidehaltung%20und%20Stallgestaltung.pdf

 


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