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Ist online einkaufen umweltfreundlich?


So wurde bisher geantwortet :

Ja
Stimmen: 144
37.6%  
Nein
Stimmen: 238
62.1%  

Befragte   383

Antwort

Der virtuelle Einkauf bringt ganz reale Umweltbelastungen mit sich. Ein durchschnittliches DHL-Paket, so hat das Unternehmen errechnet, verursacht 500 Gramm CO2. Das entspricht einer Strecke von 3,5 km mit einem durchschnittlichen Pkw.1 Hätte man das Produkt vor Ort auch zu Fuss oder mit dem Rad erwerben können, schneidet der Online-Einkauf in diesem Fall negativ ab. Ersetzt das Online-Shopping jedoch eine längere Autofahrt, wäre der digitale Einkaufsbummel umweltfreundlicher. Genaue Studien zur Ökobilanz fehlen bislang.

Zusätzliche Informationen

Das Einkaufsverhalten ist von entscheidender Bedeutung um die Umweltbelastungen eines Online-Einkaufs zu beurteilen. Werden beispielsweise Produkte wieder zurück gesendet (Retour), vermehren sich die Umweltbelastungen. Jedes zurückgeschickte Paket verursacht einen zusätzlichen CO2-Ausstoß. Laut dem Onlinehändler Zalando, wird von den ca. 1 Millionen versendeten Paketen pro Monat, jedes Zweite wieder zurückgeschickt.

Eine enorm positive Umweltauswirkung besitzt der Online-Einkauf, wenn vermehrt gebrauchte Produkte anstatt Neuware gekauft werden. Abhängig vom Produkt sind die Emissionen, die durch den Transport entstehen, in der Regel um ein vielfaches niedriger als die Produktion. Das Auffinden von gebrauchten Produkten ist Dank des Internets stark vereinfacht worden. Das Potential ist enorm. Beispielsweise besitzen laut Umfrage des Marktforschungs - und Beratungsinstituts YouGov, knapp drei Viertel (74 Prozent) der Deutschen mindestens ein Mobiltelefon, das sie nicht mehr benutzen.3

Handlungsempfehlung

Nutzen Sie das Internet so oft wie möglich um gebrauchte Konsumgüter zu erwerben, anstatt Neuware. Eine Vielzahl von Plattformen (siehe Alternativer Einkaufsführer) bieten Ihnen zudem  die Möglichkeit an, Ihre nicht mehr benötigten Produkte zum Verkauf online zu stellen. Für den Kauf von Neuware im Netz hat der BUND e.V. zehn umweltfreundliche Tipps zusammengestellt. Die wichtigsten sind:

> Kaufen Sie nichts online, was Sie auch in Ihrer Nähe bekommen.
> Bündeln Sie ähnliche Produkte und bestellen Sie bei möglichst wenigen verschiedenen Händlern.
> Vermeiden Sie vergebliche Lieferversuche durch Anwesenheit oder durch die Anmeldung bei der DHL Packstation.
> Umweltschädlich und unfair ist es, im Laden zu probieren und im Web zu ordern.
> Bilden Sie Einkaufsgemeinschaften.4

 

 

 
 
Quellen

1. Deutsche Post AG (Pressemitteilung vom 27.06.2011) DHL transportiert alle Privatkundenpakete bundesweit CO2-neutral ohne Aufpreis. URL: http://www.dpdhl.com/de/presse/pressemitteilungen/2011/dhl_transportiert_nationale_pakete_co2_neutral.html (abgerufen am 23.02.2014)
2. welt.de (18.01.2013): "Wir sind Online- Spezialisten" URL: http://www.welt.de/print/welt_kompakt/webwelt/article112853216/Wir-sind-Online-Spezialisten.html (abgerufen am 22.02.2014)
3. YouGov Deutschland AG (Pressemitteilung vom 02.08.2013): 120 Millionen ungenutzte Handys lagern in deutschen Haushalten. URL: http://research.yougov.de/presse/2013/pressemitteilung-stille-reserven (abgerufen am 23.02.2014)
4. Tino Schlagintweit: Online einkaufen: Soweit die Dienste tragen. S. 28 BUNDmagazin, Ausgabe  02.20012.  URL: http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/publikationen/bund_magzin/2012/02/Ratgeber.pdf (abgerufen am 23.02.2014).

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