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Im welchem Land ist der Blumenanbau inkl. Transport nach Deutschland am CO2-intensivsten?


So wurde bisher geantwortet :

Ecuador (Freiland)
Stimmen: 138
38.8%  
Holland (Treibhaus)
Stimmen: 218
61.2%  

Befragte   356

Antwort 

Die Klimaschutzagentur myclimate untersuchte im Jahre 2006 die Anbaugebiete der Firma „Blumen Rosinski". Dabei stellte sich heraus, dass die CO2-Emissionen pro Kilogramm Blumen beim Anbau in Holland um das Vierfache höher waren als in Ecuador (Absatzmarkt: Deutschland).1

Emissionen Ecuador pro kg Blumen (Freiland)  10.1 kg CO2 / kg  
Emissionen Holland pro kg Blumen (Treibhaus)   40.1 kg CO2 / kg  
Emissionen Deutschland pro kg Blumen (Freiland)         2 kg CO2 / kg  

Quelle: myclimate1

Eine Studie von der britischen Cranfield University, die den Rosenanbau in den Niederlanden mit dem in Kenia vergleicht, kommt zu dem gleichen Fazit: Der Energieaufwand für Beleuchtung und Beheizung europäischer Treibhäuser ist weit höher als der Flugtransport aus Übersee nach Europa.1,2 Die Produktionsart ist also für den CO2-Austoß gewichtiger als der Transport. Ein Kilogramm Schnittblumen im deutschen Freiland angebaut, verursacht zwanzigmal weniger CO2 als ein Kilogramm holländische Schnittblumen aus dem Treibhaus – und fünfmal weniger als die Freilandblumen aus Ecuador (Absatzmarkt: Deutschland).1

Zusätzliche Informationen

Neben den hohen Emissionen in der konventionellen Schnittblumenindustrie ist vor allem auch die Verwendung von Pestiziden, die Torfdüngung und der hohe Wasserverbrauch in den Gewächshäusern bedenklich.3 Besonders bei Blumen aus Entwicklungsländern wie Kenia oder Teilen Südamerikas kommen noch die sozialen Aspekte hinzu: Geringe Löhne und ungesunde Arbeitsbedingungen sind leider die Regel nicht die Ausnahme.3,4 Folgende Siegel setzen sich für bessere Arbeitsbedingungen in der Blumenproduktion ein:

 

-> Flower Label Program
-> Fairtrade

                                            

Handlungsempfehlung

Blumen sind ein schönes Geschenk. Doch weshalb müssen es immer Blumen am Valentinstag oder Muttertag sein? Die Blumenindustrie hat viel Geld in die Werbung investiert, um den Blumenstrauß oder die einzelne Rose als perfektes Geschenk darzustellen – und es hat funktioniert. Wir empfehlen in der kalten Jahreszeit vom Blumenkauf Abstand zu nehmen und stattdessen zur warmen Jahreszeit Blumen aus deutschem Freilandanbau zu kaufen. Das Angebot aus dem heimischen Freilandanbau ist von Mai bis September am vielfältigsten. Einen Saisonkalender für Schnittblumen finden Sie hier.

 

Quellen

1. myclimate (2006): Umweltaspekte im Blumenhandel . S. 11 URL: www.fian.at/assets/Rosinski-Studie-Klimavertraeglichkeit-Blumenhandel-2006.pdf (abgerufen am 23.05.2014)
2. Williiams A. (2007): Comparative Study of Cut Roses for the British Market Produced in Kenya and the Netherlands. URL: www.fairflowers.de/fileadmin/flp.de/Redaktion/Dokumente/Studien/Comparative_Study_of_Cut_Roses_Feb_2007.pdf (abgerufen am 24.05.2014)
3. Lothringer B. (Artikel vom 17.09.2011): Die Herkunft der Schnittblume. URL: www.berliner-zeitung.de/newsticker/oeko-zertifikate-sichern-den-gruenen-hintergrund-fuer-bunte-blumenstraeusse-die-herkunft-der-schnittblume,10917074,10954596.html (abgerufen am 24.05.2014)
4. WWF Deutschland (2011): Hintergrundinformation – Rosen, Wasser und der Naivashasee. URL:www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/HG_Naivashasee_Februar_2011.pdf (abgerufen am 22.05.2014)

K-010

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