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Gibt es Grenzwerte für Pestizidrückstände auf Schnittblumen?


So wurde bisher geantwortet :

Ja
Stimmen: 26
31%  
Nein
Stimmen: 57
67.9%  

Befragte   84

Antwort

In der Lebensmittelproduktion sind Grenzwerte für den Einsatz von Pestiziden und dessen Rückstände auf dem Produkt bereits seit langem gesetzlich vorgeschrieben. Sie sollen Verbraucher und Landwirte vor gesundheitlichen Schäden schützen. Für die Schnittblumenproduktion gibt es hingegen keine Pestizid-Grenzwerte.1,3 Schnittblumen mit Pestizidrückständen mögen nicht unbedingt für den Endkonsumenten schädlich sein – für die Angestellten vor Ort, die mit Pestiziden arbeiten müssen, sind sie es.1,3,4


Zusätzliche Informationen

Schnittblumen sind in der Regel anfällig für Krankheiten. Daher ist der Einsatz großer Mengen von Pestiziden in der konventionellen Schnittblumenproduktion leider Standard.2,3 Der BUND e.V. kaufte in der Woche vor Valentinstag 2012 in zehn Berliner Geschäften Rosensträuße und untersuchte diese nach Pestizidrückständen. Es stellte sich heraus, dass acht der zehn Rosensträuße mit Pestiziden belastet waren.2 Aufgrund des günstigen Klimas werden Blumen bevorzugt in Entwicklungsländern angebaut - vornehmlich in Ostafrika und Lateinamerika.2 Viele der in Entwicklungsländern immer noch verwendeten Pestizide sind in Deutschland seit langem verboten.3 Vor allem die Frauen vor Ort, die bei der Ernte und der Verpackung helfen, sind einem hohen Gesundheitsrisiko ausgesetzt. Während ihrer Arbeit tragen die Frauen häufig lediglich ihre Alltagskleidung, die nur minimalen Schutz vor Pestiziden bietet.4 Der Einsatz von Pestiziden belastet zudem die Umwelt und verschmutzt das Trinkwasser.

Handlungsempfehlung

Wer mit den Kauf von Schnittblumen aus Entwicklungsländern nicht die ungesunden Arbeitsbedingungen vor Ort unterstützen möchte, sollte auf folgende Siegel achten:

Besonders zu kalten Jahreszeit empfehlen wir vom Blumenkauf Abstand zu nehmen. Nachhaltiger sind Blumen zur Frühjahrs- und Sommerzeit aus deutschem Freilandanbau. Das Angebot aus dem heimischen Freilandanbau ist von Mai bis September am vielfältigsten. Einen Saisonkalender für Schnittblumen finden sie hier

 

Quellen

1. WWWF Deutschland (2011): Hintergrundinformation – Rosen, Wasser und der Naivashasee. URL: www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/HG_Naivashasee_Februar_2011.pdf (abgerufen am 22.05.2014)
2. Brückmann T. (2012): Rosen mit Pestiziden belastet – Analyse des BUND. URL: www.bund.net/themen_und_projekte/chemie/pestizide/gesundheitsgefahren/schnittblumen/ (abgerufen am 22.05.2014)
3. Weingartner M. (Artikel vom 12.05.2012): Pestizide in Schnittblumen - Liebesgrüße aus Chlorthalonil. URL: www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/pestizide-in-schnittblumen-liebesgruesse-aus-chlorthalonil-11748288.html (abgerufen am 22.05.2014). Frankfurter Allgemeine Zeitung
4.Milosevic D. (Artikel vom 13.02.2013): Ein Chemie-Cocktail für die Liebste. URL:
www.greenpeace.de/themen/landwirtschaft/pestizide/ein-chemie-cocktail-fuer-die-liebste (abgerufen am 22.05.2014) Greenpeace e.V.

K-011

Im welchem Land ist der Blumenanbau inkl. Transport nach Deutschland am CO2-intensivsten?

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