A+ A A-

Sind biologisch abbaubare Tragetaschen umweltfreundlicher als herkömmliche!


So wurde bisher geantwortet :

Ja
Stimmen: 96
71.6%  
Nein
Stimmen: 38
28.4%  

Befragte   134

Antwort

Biologisch abbaubare Tragetaschen weisen eine schlechtere Ökobilanz auf, als herkömmliche Tragetaschen aus Plastik. Zu diesem eindeutigen Ergebnis kommt eine Studie der deutschen Umwelthilfe und eine Studie des Umweltbundesamtes.1,2  Die Gründe sind vielseitig. Zuallererst ist es wichtig zu wissen, dass biologisch abbaubare Tragetaschen aus technischen Gründen (Reißfestigkeit) nur lediglich aus 30% nachwachsenden Rohstoffen besteht.1,2  Zweitens wirkt sich der Anbau von Energiepflanzen, die für die Herstellung biologisch abbaubarer Tragetaschen notwendig sind, besonders negativ auf die Umwelt aus.2 Drittens trägt die Kompostierung einer solchen Tüte weder zum Aufbau von Humus bei, noch werden pflanzenverfügbare Nährstoffe zur Verfügung gestellt.1

Zusätzliche Informationen

Eine Umfrage der Deutschen Umwelthilfe unter deutschen Kompostierungsanlagen stellte fest, dass die aus Polymilchsäure (PLA) bestehenden biologisch abbaubaren Tragetaschen zu den dort herrschenden Bedingungen überwiegend nicht biologisch abbaubar waren.3 Das Umweltbundesamt empfiehlt biologisch abbaubare Verpackungen aus staatlicher Seite nur dann zu fördern, wenn deren ökologische Überlegenheit im Vergleich zu herkömmlichen Kunststoffen belegt ist.3 Stattdessen wird empfohlen: Plastiktüten, die zu mindestens aus 80% Altkunststoffen bestehen zu fördern. Denn diese schneiden in Ökobilanzen im Vergleich zu anderen Einwegalternativen gut ab. Der Verbraucher erkennt Plastiktüten die zu 80 Prozent aus Recycling-Kunststoff bestehen am Siegel des „Blauen Engel“.4 Für das Umweltbundeamt lautet das Gesamtfazit für die Verbraucher:  „Mehrweg ist die beste Alternative!“

Handlungsempfehlung

Die beste Einkaufstüte, egal ob biologisch abbaubar oder zu 80 % aus Altkunststoffen, ist diejenige, die nicht benötigt wird. Durch Recycling lassen sich die Umweltauswirkungen von Einwegtüten zwar reduzieren, aber nicht kompensieren. Damit eine Baumwolltragetasche ökologisch besser abschneidet als eine Einweg-Plastiktüte ist eine Mindestanzahl von 25 Wiederverwendungen notwendig.1 Seien Sie kein Mehrwegbeutelvergesser!

 

Quellen

1. Deutsche Umwelthilfe e.V. (2013): Einweg-Plastik kommt nicht in die Tüte! URL: www.duh.de/uploads/media/Einwegplastiktueten_HintergrundpapierKURZ_021213_01.pdf (abgerufen am 23.03.2014)
2. Detzel A, Kauertz B. & Greeven D.(2012):  Untersuchung der Umweltwirkungen von Verpackungen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen. URL: www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/461/publikationen/3986.pdf (abgerufen am 23.03.2014)
3. Deutsche Umwelthilfe e.V. (Pressemitteilung vom)27.01.2014): Plastiktütenhersteller scheitert mit Millionenklage gegen Deutsche Umwelthilfe http://www.duh.de/pressemitteilung.html?&tx_ttnews[tt_news]=3265 (abgerufen am 23.03.2014)
4. Umweltbundesamt (2013): Plastiktüten. URL: www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/479/publikationen/4453.pdf (abgerufen am 23.03.2014)

K-018

Welche Naturfaser hat die schlechtere Umweltbilanz?

Welche Naturfaser hat die schlechtere Umweltbilanz?

R-010

Sind Tragetaschen aus Papier umweltfreundlicher als solche aus Kunststoff?

Sind Tragetaschen aus Papier umweltfreundlicher als solche aus Kunststoff?